Wie kann man in Zukunft E-Autos konstant mit Strom versorgen? Indem man die Ladestation in der Straße versenkt. Das wird in Schweden gerade ausprobiert. Eines der größten Bedenken in der E-Mobilität ist die Reichweite der Autos. In Schweden läuft aktuell ein Pilotprojekt, das mit diesem Problem aufräumen könnte!

Ein Beitrag der Starmühler Agentur & Verlag GmbH

Schienen in der Straße
Das Projekt eRoadArlanda hat es sich zur Aufgabe gemacht, E-Autos während der Fahrt aufzuladen. Dazu hat das RUAB consortium eine Technologie entwickelt, bei der Schienen in den Straßen versenkt werden. Hier wird also nicht – wie in anderen Testprojekten – mit Induktion, also Magnetfeldern gearbeitet, sondern mit einer „Stromschiene“ unter dem Asphalt.

Die Autos werden dazu am Unterboden mit einem ausfahrbaren Arm ausgestattet, der sich mit der Schiene verbindet. So kann das Auto geladen werden, während es über der Schiene fährt. Das heißt aber nicht, dass das Auto nur auf der Spur bleiben darf. Sollte es abkommen, kappt der Arm automatisch die Verbindung zur Schiene.

Kostenpunkt
Die Kosten für diese Schienen klingen im ersten Moment hoch. Eine Million Euro soll es kosten, einen Kilometer Straße mit der Schiene auszustatten. Eine Oberleitung für Straßenbahnen über die gleiche Distanz kostet laut Angaben des Herstellers allerdings 50 Mal mehr.

Außerdem müsste man für ein Land wie Schweden auch nicht besonders viele Kilometer Straße mit den Schienen ausstatten. Laut Hans Säll, Leiter von eRoadArlanda, bräuchte man nur die Autobahnen in Schweden elektrifizieren (20.000 km), um eine vernünftige Abdeckung für das Land zu schaffen. Es gäbe keinen Ort, der mehr als 45 km von einer Autobahn entfernt liege.

Schnelle Abdeckung
Auf Österreich umgerechnet bräuchten wir sogar nur die 2.232 km an Autobahnen und Schnellstraßen umrüsten. Eine Investition von 2,2 Mrd. Euro, die auch den Markt für E-Autos verändern könnte. Bei einem besseren Netz, könnte man die benötigten Akkuleistungen von E-Autos verringern, was sie wiederum erschwinglicher machen würde. Laut Berechnungen von eRoadArlanda würde es auch nur drei Jahre dauern, bis man die Elektrifizierung finanziert hätte.

Aktuell testet das Unternehmen bereits einen elektrischen Highway in der Nähe von Stockholm. Auf 2 km werden die Schienen auf Herz und Nieren geprüft. Unter anderem auf Gefahren durch Strom. Aber selbst bei Überflutung mit Salzwasser, betrage die Spannung auf der Oberfläche maximal ein Volt, so der Hersteller. Man könnte barfuß darauf gehen.

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